Störung Hemisphäre Nord
Hörspiel von Haustermann, Peters, Schiel & Schiel
54 Minuten
CD bereits vergriffen
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Presse
"Hörwelt", Ausgabe Januar 1999
Knalleffekte
von Thomas Krüger
Da sage noch jemand, Kunstförderung sei Geldverschwendung. "Störung Hemisphäre Nord" jedenfalls, ein Hörspiel aus der Förderschmiede des Bundeslandes mit den rot-grünen Landesfarben, hat das Einsatzkapital der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen wunderbar umgesetzt in eine knallige, witzige, höchst ironische Geschichte um einen solch simplen und zugleich ausgetüftelten Plot, dass man die Regiekatastrophe Roland Emmerich fragen möchte, weshalb Hollywood die gleichen Ideen mit tausendfachem Mehraufwand ungefähr tausend Mal schlechter in Szene setzt, oder besser: dümmer.
Worum geht es? Um einen Kometeneinschlag auf der Erde, genauer gesagt: auf der Nordhemisphäre, und um noch genauer zu sein: in der Bundesrepublik. Die Astronomin Christa Teschner entdeckt mit ihrer chilenischen Kollegin Ana Lopez in der Sternwarte von Santiago einen Kometen, den das Gespann - die eigenen Namen verulkend - Lotte nennt. Denn das Kind soll ein Mädchen sein. Und als sich herausstellt, dass die kleine auf Kollisionskurs ist, setzt der Witz der Inszenierung erst richtig ein, weil die Regisseure Bettina Schiel und Dirk Peters die Erwartung gängiger Katastrophenszenarien einmal so richtig enttäuschen. Nicht die akustische Materialschlacht steht im Vordergrund, sondern die intelligente Art, mögliche Folgewirkungen eines bevorstehenden Kometeneinschlags in eine spannende Geschichte umzusetzen. Statt die Zuhörer zu zwingen, sich eine gute Stund lang die Ohren zuzuhalten, kommen der Nord-Süd-Konflikt, die Globalismusdebatte, eine ironische Umdeutung der bisher auf diesem Planeten gültigen Hierarchien zur Sprache. Während die Kometenkatastrophe selbst an Bedeutung verliert, gewinnen die von bestehenden Machtstrukturen manipulierten Auswirkungen an Gewicht. (...)
Berliner Morgenpost 20. / 21.2.99 v. Christian Blees
Hörenswerter Weltuntergang
Vor mehr als 60 Jahren löste die Rundfunkversion vom fiktiven "Krieg der Sterne" in den USA eine Massenpanik aus. Eine derartige Wirkung will und wird das Hörspiel "Störung Hemisphäre Nord" sicher nicht erzielen, obwohl die Autoren auch hier die jahrhundertealten Ängste der Erdbewohner vor einer Bedrohung aus dem Weltall in den Mittelpunkt der Handlung stellen. Diesmal ist es ein Komet, den zwei weibliche Astronomen entdecken und der sich auf Kollisionskurs mit unserem blauen Planeten befindet. Als gefährdet gilt zunächst die gesamte nördliche Halbkugel, später verdichten sich die Hinweise auf Westeuropa als Einschlagsort. Im Gegensatz zu ähnlichen Weltuntergangsszenarien verzichtet das das Hörspiel erfreulicherweise auf vordergründige Effekte. Statt dess wird mit einem Augenzwinkern erzählt, zu welch absurden Handlungen sich ein flugs einberufener Krisenstab angesichts der drohenden Katastrophe genötigt sieht: Anstatt Menschen in Sicherheit zu bringen, gilt es vor allem die Aktienkurse westeuropäischer Unternehmen vor dem totalen Absturz zu retten. Ein Humorvolles und unterhaltsames Lehrstück über Politik und Mediensteuerung.
Kölner Stadtrevue September 1999
Hörvisionen - Zukunftsszenarien im Hörspiel
(...) Sehr viel geschickter mit Science-Fiction ging das Regieduo Dirk Peters und Bettina Schiel im kleinen Guanako Hörspiel Verlag um. "Störung Hemisphäre Nord" spielt akustisch mit gängigen Katastrophenszenarien á la Roland Emmerich, untergräbt den Bild- und Soundwahn Hollywoods mit einer Inszenierung, in der die Katastrophe selbst zurücktritt hinter ein geschicktes Spiel mit politischen Folgeszenarien: So kommen der Nord-Süd-Konflikt, die Globalisierungsdebatte und eine ironische Umdeutung der bisher auf diesem Planeten gültigen Hierarchien zur Sprache. Die Katastrophe entpuppt sich als taktische Größe im Gefüge herrschender Machtstrukturen, und das Hörspiel öffnet eine Hör- bzw. Sichtweise, die der Katastrophenfilm mit seinen visuellen Verführungskünsten unterschlägt.
Westdeutsche Zeitung 12. Oktober 1999
Ein Komet auf Kollisionskurs
Seit Jules Verne und Hans Dominik wissen wir, dass Science-Fiction eine Berechtigung hat, sich irgendwann erfüllt, so lange das Mögliche zum Thema wird.
Im (...) mit Unterstützung der Filmstiftung NRW produzierten Hörspiel "Störung Hemisphäre Nord" tritt eben das ein. (...) Die Autoren (...) haben ihr brisantes Buch verfasst und unter der Regie von Bettina Schiel und Dirk Peters als Hörspiel produziert. Das Ergebnis ist gleichermaßen fesselnd wie unterhaltend, technisch von hoher Qualität und auch beim mehrfachen Anhören von großer Faszination.
Das Hörspiel, durch die optische Reizüberflutung der Medienlandschaft in den Hintergrund gedrängt, erlebt mit dieser Produktion eine Bemerkenswerte Renaissance.
Der Schallplattenmann
Ausgabe #207, 31. Juli 2000
(...) Als Gattung sowohl Polit-Thriller wie auch perfekte Science-Fiction-Denksportaufgabe. Eine Hörspielstunde im Stile des akustischen Katastrophenfilms mit unheimlich greifbarer Nähe zu tatsächlich Möglichem. Für mich das packendste und zugleich nachdenklichste Hörspiel der letzten Jahre. Politisch brisant, ironisch, aber auch humoresk in seinen durchaus denkbaren Finten zwischen Fiktion und Denkbarem.
AutorInnen:
Nicole Haustermann
Dirk Peters
Bettina Schiel
Jutta Schiel
Regie:
Bettina Schiel, Dirk Peters
Sprecherinnen und Sprecher:
Christa Teschner Sabine Paas
Kai Teschner Stefan Otto
Prof. Kaltenbrunner Hans-Günther Dobrzynski
B.C. Astrid Breidbach
Ana Lopez Simone Röbern
Manni Felix Zulechner
Journalistin Ina Kiesewetter
Krisenstab
Reinhard Schiele
Olaf Reitz
Andreas Lammers
Prediger Jochen Bauer
Reporter Ingo Knosowski
Nachrichten
Gerda Leesing
Silke Hempel
Katja Leistenschneider
Nicole Dreisbach
Alexander Brauer
Olaf Rüther
UN- Generalsekretär Jams Kokobi
Ansage Christian Schön
Umschlagdesign
Kerstin Müller
Daniela Graudszus
Dialogaufnahmen: Arthouse Studio Velbert
Montage/Effekte: Guanako Audio
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