Henry Silber geht zu Ende
Hörspiel von Paul Plamper und Nils Kacirek nach einer Geschichte von Michael Ebmeyer
mit Volker Spenger, Margerita Broich, Max Raabe, Charlotte Roche, Matthias Matschke, Brigitte Mira
Produktion: WDR
Hörspiel ca. 52 Minuten
plus 3 Songs, gesungen von Max Raabe
Musik: Nils Kacirek
1 CD im Digipac, € 17,-
ISBN 3-9807289-5-1
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Henry Silber geht. Er tritt ab von der großen Showbühne,die sein Lebensinhalt war. An einem unbekannten Ort eröffnet er eine Tankstelle, versteckt sich mit und hinter seiner treu sorgenden Ehe- und Exfrau Claire. Doch dann spürt ihn ein Fernsehteam auf und zerrt ihn zurück an die Öffentlichkeit. Es beginnt eine finale Achterbahnfahrt zwischen Absturz und Comeback. Henry Silber geht zu Ende. Und dann singt er doch wieder.
weiter Infos auf der Henry Silber Website
Soundclips bei Musicline:
Henry Silber als Buch von Michael Ebmeyer bei Kiwi
Presse
Süddeutsche Zeitung
von Tobias Lehmkuhl
(...) Komponist Nils Kacirek sind einige eingängige, keineswegs billige Schlagerummern gelungen. Max Raabe singt sie mit gehörigem Schmelz, ohne kitschig zu werden. Regisseur Paul Plamper, einer der originellsten und umtriebigsten unter den jungen Radiomachern, verzahnt die Musik, die immer als Teil der Handlung und nie als bloß atmosphärisches Hintergrundgeräusch funktioniert, geschickt mit der Geschichte von den den letzten Jahren des Henry Silber. Einige wenige, dafür sehr pointierte Szenen genügen Plamper, eine ganze Welt härbar zu machen: die Verlogenheiten des Show-Geschäfts, die Abgründe des Alkohols, die Hartäckigkeit der Liebe. (...) Auch dieses Drucheinander von Stimmen und Musik fängt das Hörspiel mit einer Leichtigkeit ein, von der jeder Schreiberling nur träumen kann.
HR 2 Mikado
von Martin Maria Schwarz
„Henry Silber geht zu Ende“ ist eine köstliche Satire auf das gnadenlose Regime der Unterhaltungsindustrie, die bis zur bitteren Neige versucht, aus der Popularität ihrer Protagonisten Kapital zu schlagen. Aber genauso genüsslich führt sie auch vor, dass die Akteure der Szene selbst bei diesem Spiel aktiv sind, denn die Gesetze der eigenen Eitelkeit sind bisweilen noch härter als die Gesetze des Marktes. So dreht sich bald die Endlosspirale, deren Motor immer neue „letzte Erklärungen“ des einstigen Superstars sind, die lediglich zu immer neuen Comebacks in immer abstruseren Formen führen. Plamper und Kacirek ist ein brillantes Hörspiel gelungen, das sich ganz den skurril-komischen Seiten der im Grunde doch tragischen Geschichte widmet. Dabei funkelt es nur so vor saftig-derben Späßen, kuriosen Szenerien und launig-herzhaften Dialogen, deren opulente Wirkung sich natürlich auch einer erstklassigen Sprecherbesetzung verdankt. Fassbinder-Schauspieler Volker Spengler gibt Henry Silber Herz und Kraft, Brigitte Mira ist noch mal zu erleben als Brigitte Guarente und „Viva“-Star Charlotte Roche glänzt in ihrer selbstironischen Rolle als von den Zeitvorgaben gehetzte TV Moderatorin.
WDR Service Hörbuch
von Daniel Blum
Berührende Szenen gibt es in diesem Hörspiel – und sie sind fast ohne Drehbuch entstanden. Die Autoren haben ihren Schauspielern oft bloß den Rahmen abgesteckt, die Dialoge selber sind improvisiert. Statt in festinstallierte Mikrofone sprechen zu müssen, konnten sich die Akteure bisweilen frei bewegen und wurden dabei wie bei Filmdrehs mit so genannten Angeln verfolgt, Mikrofonen an Verlängerungsstäben. In den improvisierten Szenen glänzen insbesondere Volker Spengler und Margarita Broich als Henry und Claire, die so reden, wie ihren Figuren der Schnabel gewachsen ist. (...) "Henry Silber geht zu Ende": der traurigschöne Abgesang auf einen gealterten Schlagerstar ist eine ungewöhnliche und ungewöhnlich gute Inszenierung.
Spex, Dezember 05
...was die Sprecherstimmen anbelangt, zeigt "Henry Silber..." eindrucksvoll, dass die Berufsbezeichnung Schauspieler nach wie vor eine Berechtigung hat. Bei den vielen Audioproduktionen, die zwecks Zielgruppeneuphorie von Szene-DJs, Modedesignern und tanzenden Frettchen eingesprochen werden, ist dies eine Tatsache, die man gelegentlich vergißt... "Irgendwann habe ich angefangen Henry Silber richtig zu mögen", sagte die namenlose Erzählerin...zu beginn der Geschichte. den Hörern wird es ähnlich gehen.
Tip Berlin
von Kai Schmidt
Trivial, überdreht dramatisch, rührselig, ironisch: Ein außergewöhnliches Vergnügen, den großen Henry Silber bei seinem Abstieg zu begleiten. Der abgehalfterte Schlagersänger ist schon bei seinerTV-Abschieds-Gala nicht mehr bei Stimme. Leiderzerren Boulevard presse und Privatfernsehen den trinkenden Tankstellenpächter zurück ins Rampenlicht. Seine drei Jahre währende "Üble-Spelunken-Tour" endet mit einem Zusammenbruch. Doch mit unverwüstlicher Lebenslust gelingt Henry ein letzter Erfolg als Stichwortrufer derTechno-Remixe seiner größten Hits. Volker Spengler ist schlicht großartig in der Rolle des versoffenen Attstarssebenso Margarita Broioh als seine verzweifelt nörgelnde Gefährtin Ciaire, in Gastauftritten überzeugen u.a. Brigitte Mira und Charlotte Röche, und Max Raabe findet als Stimme des jungen Henry Silber überraschend eine Tonlage jenseits seines üblichen Knödelns.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
von Frank Kaspar
Henry Silber geht zuende, nach einer Kurzgeschichte von Michael Ebmeyer, erzählt vom tragikomischen Niedergang eines fiktiven Gesangsstars. Die Aufnahmen für das Ende Juni beim WDR urgesendete Hörspiel mit Brigitte Mira, der Viva-Moderatorin Charlotte Roche und Max Raabe als Stimme des jungen Henry Silber fanden an verschiedenen Orten in Berlin, in einem Krankenhaus und in der Wohnung des Hauptdarstellers Volker Spengler statt. Für einige Szenen wurde der Ton wie auf einem Filmset geangelt, um den Darstellern mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Spengler und seine Partnerin Margarita Broich verstanden den Spielraum zu nutzen. In virtuosen Improvisationen porträtieren sie den in der Alkoholkrankheit versinkenden Star und seine Ehefrau mit einer Komik, Tristesse und Zärtlichkeit, wie man sie selten in guten Filmen erlebt - im Hörspiel hat es eine so glaubwürdig, so direkt und natürlich wirkende Sprache in den letzten Jahren kaum irgendwo gegeben.
Die Tageszeitung
von Verona Blaupunkt
Ist Paul Plamper nicht ein lustiger Name? Könnte glatt die Hauptfigur in einem durchgeknallten Hörspiel sein, in einem, in dem es vielleicht um Alkohol, Wahnsinn und eine zu Ende gehende Musikkarriere geht. Auf jeden Fall klingt der Name wie ausgedacht und hausgemacht. Ist er aber offenbar nicht. Paul Plamper ist Hörspiel- und Theaterregisseur - er nutzt aber die kreative Kraft, die seinem Namen entspringt. Zum Beispiel, indem er eine Geschichte vertont, in der es um Alkohol, Wahnsinn und eine zu Ende gehende Musikkarriere geht. "Henry Silber geht zu Ende" heißt die Showpistole, ausgedacht hat sich das Leben des alternden Schlagerstars Henry Silber der Schriftsteller Michael Ebmeyer. Der haraldjuhnkeske Entertainer hat sich von der Showbühne in eine Tankstelle zurückgezogen - bis er von einem Fernsehteam aufgespürt wird. Silber spricht wieder dem Alkohol zu und verwandelt sich in ein Orakel. Der Fernsehmoderatorin (Charlotte Roche) sagt er zum Beispiel ihren Tod voraus, dem sie am nächsten Tag tatsächlich nur mit knapper Not entgeht. (...) Gemeinsam mit dem Musiker Nils Kacirek verwandelt Paul Plamper diese haarsträubende Story in ein nicht weniger schillerndes Hörerlebnis, das auch von Max Raabe geschmückt wird. Und einmal mehr wird deutlich gemacht, dass ein Abgang von der glamourösen Showbühne gerne im Wahn endet. Zumindest im Hörspiel. Aber bestimmt auch im wirklichen Leben. Nur da ist es sicher weniger lustig.
Punkrockmagazin OX
26.01.06
"ACHTUNG, Höllenhörspiel! Ihr findet Charlotte Roche total dufte? Ihr mögt Max Raabe? Ihr hattet auch schon mal eine Psychose? Ihr wollt wissen, was es mit der traurigen Blume auf sich hat? Ihr wollt wissen, wohin der Weg des ruhmreichen Showbusiness unbescholtene Menschen im Allgemeinen führt? Wie das alles funktioniert, bei Viva, bei der Bild oder beim Goldenen Blatt? Ihr mögt es skurril, drecking und mit Bier? Dann schickt mir eure E-Mail-Adresse und ich brenn euch dieses krasse Stück Kultur! Ein Muss im Bus!!! Der Wahnsinn. Und das meine ich. "Entzug ist schädlich!"
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